Im Jahre 2003 restaurierten wir die Orgel zu Wöbbel/Lippe. Die Orgel hatte im Laufe der Jahre
starkt gelitten und wurde von uns klanglich und technisch aufgearbeitet. Dabei versuchten wir das
klangliche Konzept Ernst Klassmeiers wieder herzustellen.
Das Instrument wurde ursprünglich im Jahre 1870 von Ackermeier/Lage errichtet und schon 20 Jahre
später von Ernst Klassmeier umgebaut. Im Laufe der Zeit translokierte man die Orgel von ihrem
Standort im Chorraum auf die Westempore.
Später entfernte man Teile des geschnitzten Gehäuses und nahm gravierende Eingriffe in die
Disposition vor.
Nachfolgender Bericht enthält alle Einzelheiten der klangliche Restaurierung im Jahre 2003.


Prinzipal 8

Klicken um zu vergrößern Originalpfeifen von Ackermeier / Lage.

C – gis° im Prospekt.

Mensur:
C=138, Fis=112, c°=80, fis°=62,5, c1=51, fis1=41, c2=31, fis2=23, c3=17, e3=15

30% Sn
¼ Lab, Im Prospekt aufgeworfene Rundlabien. Innenpfeifen gedrückte Labien.

Vorgefundener Zustand:

C war als spanisch gekröpfte Pfeife vorgesetzt.
Die Prospektpfeifen waren um ½ Ton aufgerückt, wodurch C-und Cis-Seite vertauscht waren.
Aus optischen? Gründen waren die Pfeifen abgelängt worden.
In der tiefen Oktave einige so sehr, daß man Metallplatten an die Mündungen löten mußte, um die erforderliche tiefe des Tons zu erreichen.
a° war eine nachträglich eingefügte Pfeife aus gleicher Zeit, jedoch anderer Bauart (Labium, Fuß, keine Beschriftung).
Die originale Beschriftung setzte sich nach dieser Pfeife fort.
Desgleichen bei c1.
Anläßlich der letzten Renovierung waren die Kerne erneuert,und Bärte angelötet worden.


Rückführende Arbeiten:
Entfernung der 3 registerfremden Pfeifen.
Umrastrieren der Prospekt – und Innenpfeifen auf C – und Cis-Seite.
Umarbeiten der Kondukten.
Umsetzung von a° (keine Kondukte, neuer Klotz und neues Raster)
Anlängen der Prospektpfeifen. (Pfeifenmetall von Resten einer Klassmeierorgel;gefunden im Turm der Dorfkirche zu Heiden)
Anlängen der Innenpfeifen.(nach Zinnprobe 30% Sn)
Entfernung der Bärte an den Innenpfeifen ( die vorhandenen Lötnähte wurden aufgearbeitet und dienen als Stütznähte.
An den Prospektpfeifen wurden die Bärte aus optischen Gründen belassen.
Die Stimmschlitze wurden geschlossen ( soweit möglich mit altem Material).
Der Winddruck wurde mit dem Prinzipal 8´ ermittelt. Bei 80mm WS sprachen die Pfeifen am besten an.
dis3-f3 wurden mensurgerecht nachgebaut.
Nachintonation und einrichten von Stimmschlitzen.


Gedackt 8'Man. I+II

C-H Holz c°-f3 Metall

Mensur:

C=59X83, Fis=50X70 c°=67, fis°=54, c1=51, fis1=41, c2=31, fis2=23, c3=17, e3=15, 25% Sn.
Klicken um zu vergrößern ¼ lab.

Vorgefundener Zustand:

Anläßlich der letzten Renovierung waren die Kerne erneuert,und Bärte neu angelötet worden.
Die Holzpfeifen waren neu labiiert worden.

Rückführende Arbeiten:
Nachintonation auf 80mm WS.



Octave 4´ Man. I


Mensur:

C=83, Fis=66, c°= 50,5, fis°=40,5, c1= 32, fis1=25, c2=19, fis2=15,7, c3=12, e3=9 ¼ lab. Naturguss.

Herstellungsjahr: geschätzt zwischen 1930 + 1950

Maßnahmen: Intonation auf 80mm WS.


Prinzipal 4´ Man.II

Mensur:

C-H kombiniert mit Oktave 4´ , c°=51, fis°=39, c1=29, fis1=21,5, c2=17,5 fis2=13, c3= 11, e3=9
Klicken um zu vergrößern 75% Sn Aufschnitte original.

c°-fis° neu mit Forführung der Mensur. Ab g° original Klassmeierpfeifen aus meinem Bestand.

Maßnahmen:

Aufarbeiten der Pfeifen
Nachintonation
Ursprünglich war dieses Register zur Gänze mit Oktave 4´kombiniert.
Die Kombinationsventile im Stock wurden ab c° stillgelegt und Querschiede eingeleimt.
Die Rasterbretter wurden neu angefertigt.
Auf diese Weise gelangten Klassmeierpfeifen wieder in eine Klassmeier-Orgel.



Querflöte 4´ Man.I


Klicken um zu vergrößern Kiefer C-e° natürliche Länge, f°-f3 überblasend. f°-f3 innenlab.

Mensur:
Kopie der Mensur der Querflöte in der Orgel der ev.Kirche zu Bega. (Randebrock oder Klassmeier)
C=40x53, Fis=34x45, c°=26,5x36, e°=20,5x33,5, f°=35x42, c1=26x31, fis1=22x26, c2=18,5x22, fis2=15x18, c3=95,5x16, f3=8x13
Nasat 2 2/3´ Man. I

Neue Pfeifen.

40% Sn Lab.1:3,5

Mensur:
oberer Durchm./unterer Durchm.
C=32/72, Fis=26/58,5, c°=21/47,5, fis°=17/41, c1=15/34, fis1=13/27, c2=10,5/20,5, fis2=9/14,5, c3=8/9,8, e3=7/8,5 Stimmfenster



Holzflöte 4´ Man.II


Klicken um zu vergrößern C=49x60, Fis=40x49, c°=31x40, fis°=25x31, c1=20x26, fis1=10x24, c2=18x18, fis2=15x15, c3=13 ( Metall ) - f3=11,5

Vorgefundener Zustand: C-d1 Klassmeier Pfeifen, jedoch umlabiiert und ins Pedal als Choralflöte 4´ versetzt.

Rückführende Maßnahme:
Wiedereinbau ins Manualwerk.
Ergänzung durch neue Pfeifen.
Intonation auf 80mm WS.



Oktave 2´ Man.I


Pfeifen von Ackermeier 1870

Mensur:
C=48,5, Fis=36,8, c°=27,5, fis°=22, c1=17, fis1=14, c2=12, fis2=9, c3=8, f3=7 Lab. ¼

Maßnahmen:
Nachintonation
Reparaturen an: D,G,Gis + H


Waldflöte 2´

Walzmetall ca. 1950. Lab.1: 3,5

Mensur:
oberer Durchm./unterer Durchm.
C=42/61, Fis=32,5x48, c°=25,5x37, fis°=21x29, c1=16x22,5, fis1=12x17,1, c2=11x15, fis2=8,5x10,8, c3=7x8,5, e3=6x7

Maßnahme: Intonation auf 80mm WS.


Mixtur 4 fach 1 1/3´


75% Sn Bauart an Klassmeier angeglichen.
Klicken um zu vergrößern Mensur:
R1 C=30, Fis=28
R2 C=23,5 Fis=19
R3 C=19,1 Fis=15,1
R4 C=15,1 Fis=12,1


Repetitionen auf c.

c3=8,´ 4´. 22/3´, 2´



Subbaß 16'


Klassmeier 1900. Bei der letzten Renovierung umlabiiert.
Fichte

Mensur:
C=157x108, Fis=140x125, c°=116x101, fis°=97x82, c1=89x69

Maßnahme: Neuintonation


Bordun 8'


Klassmeierpfeifen ca 1900 aus Bestand der Werkstatt.
Fichte + Kiefer

Mensur:
C=80x100, Fis=64x78, c°=48x58, fis°=35,5x47, c1=27,5x37

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